Energiebereitstellung im Sport
Unsere Energie beziehen wir in erster Linie aus den Nährstoffen Kohlenhydrat und Fett. Den jeweiligen Anteil an der Energiebereitstellung bestimmt die Intensität, mit der wir eine körperliche Tätigkeit ausüben. Kommt es bei Dauerleistungen vor allem darauf an, eine möglichst große Strecke zurückzulegen, wobei die Zeit bzw. Geschwindigkeit nicht die entscheidende Rolle spielt (z.B. beim Gehen), dann gewinnt der Organismus die Energie vorwiegend aus dem Nährstoff Fett.
In jedem Fall aber ist auch eine bestimmte Menge an Kohlenhydraten beteiligt, da der Energiestoffwechsel so geschaltet ist, daß eine reine Fettverbrennung gar nicht möglich ist.
Im sportlichen Wettkampf kommt es jedoch gerade darauf an, eine Strecke möglichst schnell zurückzulegen. Dann sind die Verhältnisse umgekehrt, und die Kohlenhydrate sind das eigentliche „ Muskelbenzin”!
Die Energiebereitstellung ist nämlich aus Kohlenhydraten am schnellsten möglich, d.h. Leistungsspitzen werden immer durch Energiegewinnung aus dieser Nährstoffgruppe bestritten. Dabei kommt dem in der Muskulatur und in der Leber gespeicherten Reservekohlenhydrat „Glykogen” zentrale Bedeutung zu. Vor allem die Menge des im Muskel mobilisierbaren Glykogens ist im Ausdauersport ohne Zweifel ausschlaggebend für das Leistungsvermögen, besonders bei entscheidenden Belastungsspitzen wie z. B. Spurts.
Das der Arbeitsmuskulatur zur Verfügung stehende Glykogen wird bei Körperarbeit direkt zur Energiegewinnung abgebaut.
Kohlenhydratreiche Kost erhöht den Glykogengehalt im Muskel und damit die Belastbarkeit im Ausdauertest.
Sind die verfügbaren Kohlenhydratvorräte weitgehend aufgebraucht, kann quasi nur mit „halber Kraft” weitergearbeitet werden, da der nun verstärkt einsetzende Fettabbau in der gleichen Zeit weniger Energie bereitstellt.
Eine völlige Erschöpfung der Kohlenhydrate würde automatisch zum Abbruch jeder Leistung zwingen. Man muß nur an das im Sport gelegentlich auftretende Symptom des „Hungerastes” denken.
Plötzlich auftretendes Hungergefühl, Schwindel, Übelkeit, Kraftlosigkeit und Schwarzwerden vor den Augen sowie Schweißausbrüche sind vielen Ausdauersportlern bekannt.
