Energiestoffwechsel Energiegewinnung
Körperliche Leistungen sind nur dann möglich, wenn ausreichend Energie zur Verfügung steht.
Die mögliche Arbeitsleistung ist von der Energiegewinnung aus der Nahrung und den körpereigenen Vorräten (Fette und Glykogen = tierische Stärke als Reservekohlenhydrat in Muskel und Leber) abhängig.
Der Abbau von Nährstoffen und die daraus resultierende Energiestoffwechsel ist ein stufenweiser Prozeß, der vorwiegend in den „Kraftwerken” der Zellen, den Mitochondrien, stattfindet. Man vergleicht dieses System gern mit einem “Verbrennungsofen”, da dort die Nährstoffe mittels des eingeatmeten Luftsauerstoffs oxidiert (verbrannt) werden.
In lebenden Zellen wird die Verbrennungsenergie nicht wie im Ofen vollständig als Wärme freigesetzt, sondern zum Aufbau einer energiereichen Verbindung verwendet, und zwar einer energiereichen Phosphorverbindung - dem ATP (= Adenosintriphosphat).
Die bei der Oxidation der Nährstoffe freiwerdende Energie wird also genutzt, um ATP aufzubauen, während die bei der ATP-Aufspaltung freiwerdende Energie dazu dient, Arbeit zu leisten, z. B. bei der Muskelkontraktion. ATP-Bildung und ATP-Verbrauch stehen also im Mittelpunkt des „Energiewechsels”. Auf Dauer kann der einzelne nur so viel an Arbeit leisten, wie er an Energie aufnimmt.
Bei energetisch unzureichender Ernährung werden die Körpervorräte angegriffen; es kommt zur Gewichtsabnahme. Übersteigt die Energieaufnahme allerdings den Energiebedarf, so kommt es zur Energiespeicherung in Form von Fettdepots, also zum Übergewicht.
Der Richtwert für den Energiebedarfeines Erwachsenen beträgt bei leichter körperli¬cher Arbeit für einen Mann ca. 2600 kcal bzw. 10 900 kJ und für eine Frau ca. 2200 kcal bzw. 9200 kJ.
