Aerobic und Step-Aerobic sind seit mehreren Jahren fester Bestandteil im Sportangebot, in Sportvereinen ebenso wie in Fitness-Studios. In den letzten 10-15 Jahren haben viele Sportwissenschaftler und -mediziner diesen Fitnessbereich so modifiziert, dass wir heute sicher von einem gesundheitsorientierten Angebot sprechen können. Voraussetzung ist jedoch eine hochqualifizierte Ausbildung des Trainers. Es erfordert ein enorm großes Wissen in den Bereichen Anatomie, Physiologie, Trainingswissenschaft, Orthopädie, Musiklehre, Rhetorik und Psychologie.
Um die physischen Gesundheitsressourcen zu stärken, ist es von Wichtigkeit, den Organismus widerstandsfähig und gesund zu erhalten. Dies gelingt durch ein gezieltes Herz-Kreislauf-Training und durch positives Beeinflussen des Haltungs- und Bewegungsapparates. Es gilt folgende Fähigkeiten im Aerobic und Step-Aerobic zu schulen bzw. zu fördern:
• Ausdauerfähigkeit
• Kraftfähigkeit
• Dehnfähigkeit
• Koordinationsfähigkeit
• Entspannungsfähigkeit
Diese Fähigkeiten können durchaus in einer Trainings-, bzw. Übungseinheit von 60, bzw. 90 Minuten angesprochen werden. Die fünf Fähigkeitsbereiche sollten über die gesamte Lebensdauer trainiert und geschult werden.
Der Stundenverlauf kann wie folgt gegliedert werden:
Warm-Up Wichtig sind Ganzkörperbewegungen, damit die gewünschte Erwärmung eintritt. Für das Warm Up können Schritte verwendet werden, die keine Sprungbelastung mit sich führen. Der zeitliche Rahmen beträgt zwischen 7 und 10 Minuten.
Stabilitätstraining gehört ans Ende dieser Phase. 1-2 min. lang werden GleichgewichtsĂĽbungen z. B. im Einbeinstand,durchgefĂĽhrt, um die s. g. Stabilisatoren (tiefst gelegene, kleine, kurze Muskeln - das „muskuläre Fundament”) zu trainieren.
Cardio - Im Cardio-Teil steht das Herz-Kreislauf-Training im Vordergrund. Typische Aerobic- oder Step-Aerobic-Schritte werden zu Choreographien zusammengefasst und dem Teilnehmer systematisch beigebracht. Dadurch wird so das Ausdauertraining gewährleistet.
Bei einer Trainingseinheit von 60 Minuten beträgt der zeitliche Anteil des Cardio-Teils zwischen 20 und 30 Minuten. Für ein gutes Herz-Kreislauf-Training sind Ganzkörperbewegungen notwendig.
Cool Down I - Die erste Abwärmphase dient dazu, die Herz-Kreislauf-Belastung nach dem Cardio-Training zu reduzieren und so die Herzfrequenz wieder zu senken. Dies geschieht durch einfache Schritte von niedrigintensiver Belastung.
Workout- Im Workout erfolgen Übungen aus der funktionellen Gymnastik, um die Muskulatur zu kräftigen. Die Übungen können sowohl im Stand als auch am Boden durchgeführt werden. Ziel ist hierbei das Training der Kraftausdauer. Je nach Länge der Cardio-Phase beträgt der zeitliche Umfang des Workout-Teils zwischen 10-20 Minuten.
Cool Down II - Nach der Muskelkräftigung finden im Cool Down II (2-3 min.) Lockerungsübungen statt. Ziel ist es, durch leichte, lockere Bewegungen die Durchblutung der Muskulatur zu gewährleisten und damit den Abtransport der Stoffwechselendprodukte zu fördern.
Post-Stretch - Die Post-Stretch-Phase ist die Phase des Nachdehnens. Die Muskulatur wird nach der vorhergegangenen Beanspruchung in ihre Ursprungsform gebracht und nur leicht gedehnt. Die Dehnungen erfolgen bei sehr geringer Intensität, um den bereits ermüdeten Muskel nicht zu verletzen.
Musik
Das Arbeiten mit der Musik ist im Aerobic- und Step-Training von großer Wichtigkeit. Wir nutzen die Musikstruktur sowohl für das Endprodukt Choreographie, als auch um diese schrittweise einzuführen. Die Musik begleitet die einzelnen Stunden - Phasen und kann, je nach Phase, motivierend oder entspannend wirken. Daher ist es von Bedeutung, sicher mit der Musik arbeiten zu können.
Taktschlag
DerTaktschiag (beat) stellt den Grundschlag dar. Es ist die gleichmäßige Folge durchlaufender Betonungen in einem MusikstĂĽck. In, fĂĽr Aerobic -Training, zusammen gestellter Musik wechseln sich betonte und weniger betonte Taktschläge miteinander ab. Den betonten beat bezeichnet man als „Downbeat”, den weniger betonten als „Upbeat”. Nach jeweils acht Grundschlägen erfolgt immer der sehr betonteTaktschlag„1″. Diese „1″ nutzt man im Aerobic Training um Bewegungen zu beginnen.
Musikbogen
In der Aerobic werden die Choreographien auf 32 Zählzeiten ausgerichtet. Aerobic-Musik ist in der Regel so zusammen gestellt, dass kontinuierlich hintereinander 32 Zählzeiten folgen. Diese 32 Zählzeiten (counts) bezeichnet man als Musikbogen.
Beat per Minute (bpm) gibt die Anzahl der Taktschläge an, die innerhalb einer Minute gezählt werden. Je zahlreicher die Taktschläge pro Minuten sind, desto schneller empfinden wir die Musik. Die Musikgeschwindigkeit variiert je nach Unterrichtsschwerpunkt und Unterrichtsphase, z.B. im Warm Up: 124-136 bpm (Beats per Minute), im Cardio:Low-lmpact: 130-152 bpm, Mixed-Impact: 140-160 bpm, im Step: 118-132 bpm.
Choreographie
Um im Cardio-Teil Choreographien flieĂźend unterrichten zu können, bedienen wir uns verschiedener Aufbau- und Hilfsmethoden. Das Ziel der Cardio-Phase ist ein Training des Herz-Kreislauf-Systems. Daher ist es wichtig, kontinuierlich in Bewegung zu bleiben. Dies gelingt uns nur, wenn die Choreographie flieĂźend und „in Bewegung” beigebracht wird.
Einer Choreographie liegen verschiedene Schrittmuster zu Grunde. Ein Schrittmuster kann bis zu 4 Zählzeiten beinhalten (z.B.Step Touch = 2 Zählzeiten; Stomp =3 Zählzeiten; Grapevine = 4 Zählzeiten). Die Verbindung mehrerer Schrittmuster oder eines Schrittmusters in einer bestimmten Anzahl wird als Schrittfolge bezeichnet. Eine Schrittfolge kann also aus einem oder mehr Schrittmustern und aus 8 oder 16 Zählzeiten bestehen.