Was gehört zu einer Sauna?
Was gehört zu einer Sauna?
Wie leicht beantwortet sich diese Frage für den Finnen: Eine kleine Holzhütte mit einer hochliegenden Pritsche und einem Ofen, das Ganze zumeist an einem See oder einer Meeresbucht. In der Hütte herrscht das Heißluftklima zum „Aufheizen”, die Möglichkeiten zur Wiederabkühlung bieten die Außenluft (besonders für die Lungen) und das kalte Wasser.
Auf dem Lande wird der Ofen zumeist mit Holz beheizt, wobei der Rauch entweder durch einen Kamin abgeführt wird oder sich frei im Raum verteilt und durch Ritzen in den Wänden und die offenstehende Tür abzieht (Rauchsauna).
Die Holzhütte ist allgemein aus 15 bis 20 cm starken Bohlen gebaut; wird sie mit Bretterwänden errichtet, so erhalten diese eine starke Wärmedämmschicht. Früher umfaßte die Badehütte nur den Heißluftraum, doch heute baut man zumeist einen gesonderten Waschraum und eine Kammer zum Auskleiden und andererseits zum Aufenthalt nach dem Bade ein. Die Abkühlung spielt sich vorzugsweise im Freien ab, und man sitzt auf der Bank vor der Sauna in der frischen Luft und taucht in das Wasser des Sees oder des Meeres ein oder reibt sich mit Schnee ab.
Viele Finnen nutzen die Sauna am See zu einem Wechselbad, wie es auch bei uns üblich ist.
Allerdings scheint die andere Gewohnheit, daß man nach einer langen Aufheizung das Schwitzen - bereits mit einem Hemd bekleidet und in der Wohnstube sitzend - für ein bis zwei Stunden „abklingen” läßt, wie es der finnische Autor Alexis Kivi in seinem Roman „Die sieben Brüder” geschildert hat, zuzunehmen. Das hängt damit zusammen, daß der finnische Städter sich eine kleine Holzkabine (etwa 1,5 m2) statt Badewanne in seine Wohnung einbauen läßt, um dort zu schwitzen.
Bei uns umfaßt eine Saunaanlage nun mehrere Räume und eine Terrasse (bzw. einen Balkon, einen Garten- oder Hofteil) als Freiluftbad. In der kleinen Sauna einer Familie enthält der Wasserraum eine warme Dusche für das Reinigungsbad und Kaltwassereinrichtungen (Schlauch, Mehrfachkörperdusche, Schwallbrause). Hier ist ein kleines Becken eine Ausnahme, aber flache Fuß wärmbäder (10 cm hohes Wasser) in genügender Zahl für alle Badenden, ausgestattet mit Sitzgelegenheiten zum Verweilen während der Abkühlung, sind erforderlich.
Ist die Sauna neben einer Schwimmhalle angeordnet, so ist das beheizte Schwimmbeckenwasser nur dann für die Abkühlmaßnahmen geeignet, wenn es nicht wärmer als 22° C ist. Sportliches Schwimmen sollte der Sauna vorausgehen.
