Wie nimmt man ein Saunabad?
Wie nimmt man ein Saunabad?
Saunabaden heißt, den Körper - zumeist zwei- oder dreimal - im Wechsel „erhitzen” und „wiederabkühlen”. Man sagt, wir machen zwei oder drei Saunagänge.
Damit die Wärmestrahlung, die von den heißen Holzflächen der Decke und Wände sowie vom Ofen der Sauna ausgeht, die Haut ungehindert erreicht, badet man völlig unbekleidet. Badekleidung würde auch den Schweiß am Körper festhalten, die Haut reizen, u. U. Ekzeme verursachen. Außerdem würde die freie Wasserverdunstung von der Oberhaut beeinträchtigt werden.
Bei uns hat es sich bewährt, vor Beginn der Sauna, nach dem Gebrauch der Toilette, ein Reinigungsduschbad zu nehmen. Im öffentlichen Bad ist die Vorreinigung vorgeschrieben. Nach der Reinigungsdusche trocknet man sich ab, weil trockene Haut in der Wärme schnell Schweiß bildet.
Der Vorzug der Sauna und ihre bessere Bekömmlichkeit als bei anderen Schwitzbadformen liegen in der Kürze der Zeit, in der die erstrebten Wirkungen erreicht werden. Es sind dies hauptsächlich Entspannung, Überwärmung und Ausschwemmung.
Die nach Minuten bemessene Zeit der „Wärmebelastung” ist so kurz, daß nennenswerte Anforderungen insbesondere an Herz und Kreislauf vermieden werden. Deshalb verweilt man in der richtig geheizten Sauna nicht auf der unteren Stufe, sondern sucht die mittlere oder obere Bank auf, legt sich oder setzt sich entspannt, möglichst mit angehockten Beinen, damit auch die Füße sich in der Temperatur über der Sitzbank befinden.
Wie lange soll man in der Hitze verweilen? Die Grenze der „Aufheizphase” ist erreicht, wenn man genügend erwärmt ist, sich abkühlbedürftig fühlt. Man muß also nicht warten, bis man „ausreichend geschwitzt” hat. Dieses muß bei vielen Neulingen erst geübt werden, wozu manchmal sechs bis acht Saunabäder erforderlich sind. Bei einer genügenden Erwärmung steigt die Hauttemperatur auf 39 bis 40°C, selten mehr im Innern findet man dann allgemein 38 bis 38,5°C.
Dieses Gefühl Jetzt habe ich genug Wärme und freue mich auf kaltes Wasser” erlebt man nicht immer genau nach der gleichen Zeit. Es gibt Unterschiede danach, wie man „aufgelegt”, wie unser vegetatives Nervensystem gestimmt ist. Deshalb sprechen wir von einer Spanne von 8 bis allgemein 12, höchstens 15 min.
Vor Verlassen des heißen Raumes setzt man sich auf („wie auf einem Stuhle”), damit der Blutkreislauf sich an die senkrechte Haltung wieder anpaßt. Zu leicht könnte es bei plötzlichem Aufrichten und Hinabspringen geschehen, daß das Blut „versackt”, Schwindelgefühl oder gar eine Ohnmacht auftritt. Deshalb steigt man mit ruhigen Schritten von der Stufenbank herab und begibt sich auf kurzem Wege ins Freiluftbad. Denn in dieser Phase braucht der Körper dringend Sauerstoff, den er schnell erhält, wenn die Atemwege abgekühlt werden.
Zwei Dinge sind im Luftbad wichtig, kräftiges Ausatmen (ruhiges Einatmen) und „Auf- und Abgehen”. Nach wenigen Minuten, noch bevor man fröstelt, wird kaltes Wasser angewandt. Es entfernt den Schweiß von der Haut, kühlt sie und wirkt als kräftiger Kaltreiz. Dies geschieht immer von herzfern (Füße, Beine, Hände, Arme, Rumpf) zum Herzen hin am leichtesten gelingt dieser Ablauf beim Schlauchguß, man beachtet ihn auch bei Gebrauch einer Dusche, Mehrfachkörper- oder Schwallbrause. Wer darf und möchte, steigt anschließend in ein kaltes Tauchbecken.
Die Kaltwasseranwendungen finden in unseren Bädern seltener im Freien, zumeist in dem dafür vorgesehenen Kaltwasserraum, auch „Abkühlraum” genannt, statt. Neben den Abgießeinrichtungen und Eintauchbecken enthält dieser auch den Verweilteil mit den Fußwärmbecken und Sitzgelegenheiten.
Jede Kaltwasseranwendung verengt die Blutgefäße in der Haut, und ihre Wiedererweiterung beschleunigt man (reflektorisch = auf dem Nervenwege schnell ausgelöst) mit einem warmen Fußbad. Man verweilt, sitzend und Füßewärmend, 3 bis 5 min lang, und alsbald stellt sich ein wohliges Wärmegefühl am ganzen Rücken ein. Dabei wird, wenn man noch nicht genügend abgekühlt ist, Wärme aus dem Inneren erneut an die Haut gebracht, was sich durch ein starkes Wärmeempfinden äußert. Daraufhin wendet man - als Guß, Dusche oder Eintauchbad - wiederum Kaltwasser an. Das anschließende Fußwärmbad hilft, die Blutgefäße im ganzen Hautorgan schnell wieder erweitern. Dieses wiederholte „Gefäßspiel” bedeutet eine für jeden nützliche, für viele notwendige Übung der Blutgefäße.
Anfänger wiederholen den „Saunagang”, den Wechselnder Wärme und Wiederabkühlung, einmal, Geübte noch zweimal. Mehr als drei Saunagänge bringen keinen höheren Nutzen, ermüden meist zu stark. Ausreichende Abkühlung beim letzten „Saunagang” ist besonders wichtig, um Nachschwitzen in die Kleidung zu vermeiden. Durch Nachschwitzen könnte man sich auf dem Nachhauseweg erkälten.
Benutzer, die vom Russisch-römischen Bad zur Sauna wechseln, stellen überrascht fest, daß sie am Ende des Saunabades nicht erschöpft, ruhebedürftig und schläfrig sind. Die gezielten Abkühlmaßnahmen - nach einer normalen, nicht unnötig verlängerten Spanne der Wärme - bewirken eine fühlbare Erfrischung.
So kommt es, daß nur ein kleiner Teil der Saunabenutzer unmittelbar an das Bad eine Liegeruhe anschließt. Einige Zeit nach beendetem Saunabad stellt sich eine Müdigkeit als „natürliche” Reaktion des Körpers ein (Anregung des ,Vagus”, des Erholungsnervs). Sie wird deshalb so geschätzt, weil sie zu einer besonders guten Nachtruhe verhilft. Wer erst einige Stunden nach Saunaende in die erwünschte Müdigkeit verfällt, sollte das Bad in die Mittags- oder frühen Nachmittagsstunden verlegen.
